Albert Coers – A-Fin.

Weltraum

  • 30.01.2015. - 06.02.2015

Albert Coers Ephemera-Ausstellung „A-Fin“ (mit dem Untertitel „Wie kommt man von Alexandria nach Fin(n)land?“) ist eine Materialsammlung von ausschließlich schwarz-weiß Kopien im A4-Format (Bilder, Texte und Grafiken) die teilweise mit Heftnotizen bestückt sind, etwa auf Augenhöhe angeordnet und im Ausstellungsraum (bei entsprechender Entfernung) wie Infoblätter auf einem Schwarzen-Brett oder eine Schnitzeljagd wirken.

Schnell wird klar, dass der Künstler sich nicht um eine Routenbeschreibung bemüht, sondern sich eher über die linguistischen Aspekte dieser „Route“ interessiert (studierter Literarturwissenschaftler) und eben Artefakte gesammelt hat, die teilweise sehr lehrreich sind aber mit Alexandria in diesem Kontext nur als Wortassoziation verbunden sind. Er zeigt Lexikon-Einträge, Infos und Bilder z.B. über den Namensgeber (Alexander der Große; manche Collagen wirken wie die von Jeremy Kost) und über Schiffe- und Orte mit ähnlichen Namen etc. die aber insgesamt sehr informativ und enzyklopädisch sind. Die ausgewählten Ergebnisse wirken wie die Suchergebnisse einer Google-Stichwort-Suche mit einer regionalen Beschränkung.

Interessant ist zu sehen, dass sich der Künstler für die physische Präsenz der Artefakte nicht entschieden hat, sondern nur deren Informationsgehalt kommuniziert und diese standardisiert, indem er sie alle schwarz-weiß und in gleicher Größe (A4) repräsentiert (damit auch eine konstante Ästhetik erzeugt), was wiederum für den Betrachten eine Art Diskussion über das Thema ready-made in den Raum stellt in Zeiten in denen das Kopieren und die Erzeugung einer Kopie commodity geworden ist (Ctrl-C bzw. Drucker/Kopierer als Haushalts-Accessoire), nämlich: Ist die Kopie eines Lexikon-Eintrags ein Readymade oder eine neue Klassifizierung des Readymade? (Stichworte hat man dafür viele: u.a. Duchamp, Kosuth).

Hasan Veseli