Artificial Labor – Die KunstarbeiterInnen und ihre Produktion

Kunstpavillon im alten Botanischen Garten

  • 05.02.2015. - 01.03.2015

Felix Leon Westner
Sarah Lehnerer
Amedeo Polazzo
Franziska Kabisch und Laura Nitsch
Angela Stiegler
Samuel Ferstl

05.02.2015 | Performance 20.15 Uhr
Felix Leon Westner mit Bernhard Rappold

Wir sind ständig von Künstlichkeit umgeben. Wie aber verhält sich Künstlichkeit zur Kunst?

Kunst und Fragen und Antworten. Eine Ausstellung, ein Tonspiel.

Es geht um Arbeit und Kreation, um Zeit und Geld. Verhandelt wird zwischen Machen und Betrachten, Konsumieren und Reflektieren, Sagenwollen und Zahlenmüssen.
In ARTificial steckt die Kunst. Was aber artificially produced wird, ist künstlich hergestellt. Ist Kunstproduktion etwas Natürliches? Und wer ist es, der/die hier produziert?

Labor heißt Arbeit, laborare arbeiten. Wer zahlt die KunstarbeiterInnen, wer verlangt nach ihren Produkten? Und muss (Kunst-)Arbeit überhaupt in einen monetären Kontext gesetzt werden? Ein Labor ist natürlich auch Raum für das wissenschaftliche Experiment. Doch was wird darin ausgetestet und wohin mit den Versuchsprotokollen? Zugleich laboriert man an Krankheiten, müht sich ab, wird sie nicht so recht los.

Labor steht im Englischen und Lateinischen schließlich auch für Wehen, für das schmerzhafte Hervorbringen. Artificial Labor – die künstliche Geburt? KünstlerInnen als Schöpfer, als In-die-Welt-Bringer, ist dieses Bild zeitgemäß? Wofür Kunstproduktion und unter welchen Bedingungen?

Zuletzt die Elaboration: ein Begriff der in der Psychologie die vertiefte Informationsverarbeitung beschreibt. Im Gehirn bildet sich ein elaboriertes Netzwerk, das aus redudanten Verknüpfungen besteht. Dabei werden sowohl sprachliche als auch anschauliche Assoziationen gebildet. So wird später das Abrufen von gespeicherten Informationen erleichtert und die Wahrscheinlichkeit des Vergessens verringert. Als Lernstrategie könnte man die Elaboration auch mit dem Bilden von Eselsbrücken vergleichen, dem Verarbeiten und Einordnen neuer Informationen mithilfe von vorhandenem Wissen.

ArbeiterInnen als Schöpfer und Informationsverarbeitungsanreger, zwischen (Science) Fiktion und Wirklichkeit, Kunst und Künstlichkeit?

Fragen und Kunst und Antworten. In der Ausstellung, im Tonspiel.

Konstantin Lannert