BODYSCAN – Anatomie in Kunst+Wissenschaft

ERES-Stiftung

  • 21.11.2018. - 02.03.2019

Im Spätherbst 2018 widmet sich die ERES-Stiftung dem Thema Anatomie in Kunst und Wissenschaft vom Barock bis heute. Die Lehre vom Aufbau des Körpers ist eng mit der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft verbunden. Die genaue Dokumentation des Körpers zu Lehrzwecken entstand meist aus einer engen Zusammenarbeit zwischen bildendem Künstler und Anatom. Während sich die makroskopische Anatomie mit den Dingen beschäftigt, die mit bloßem Auge zu sehen sind, liegt der Schwerpunkt heute auf der Zellbiologie und damit auf molekularer Ebene.

Die Ausstellung BODYSCAN führt dem Besucher mit mehr als 50 Exponaten einen reichen Schatz anatomischer Darstellungen und Kunstwerke sowohl alter als auch zeitgenössischer Kunst vor Augen. In einem eigens für die Schau entwickelten Vitrinen-Display (Wolfgang Ure) finden sich exquisite Wunderkammerstücke (Kurator: Georg Laue), gleichwertig arrangiert neben aktuellen Kunst-Positionen, anatomischen Schautafeln, Moulagen, Pappmaché -Modellen und popkulturellen Objekten wie Morphsuits, Magazin-Covern oder Science-Fiction-Trailern (konzeptuelle Beratung: Peter Kogler). Die Besucher werden außerdem die Möglichkeit haben, mit bahnbrechenden bildgebenden Technologien durch den Körper zu reisen (VR-Brille, Cinematic Rendering).

In der aktuellen Kunst wird in Nachfolge der Body-Art der 60er und 70er Jahre der menschliche Körper als Sujet neu entdeckt und interpretiert. In einer digital bildgefluteten Welt transformiert sich der menschliche Leib zum immateriellen und virtuellen Wesen. Innovative Technologien der Körperdarstellung führen zu neuen Körperbildern. Computergesteuerte Stiftplotter ermöglichen die Auseinandersetzung und Neuinterpretation historischer anatomischer Kupferstichzeichnungen. Roboterkameras in Verbindung mit Bildbearbeitungsprogramme z.B. von Google Maps lassen synthetisch anmutende Organe und Körperoberflächen entstehen, die – in Leuchtkästen platziert oder auf dehnbare Folie gedruckt – seltsam artifiziell und transhuman wirken.

„The Next Human“ – das umfangreiche Wissenschaftsprogramm zur Ausstellung vermittelt den Besuchern Einblicke in die aktuellen, revolutionierenden Ergebnisse der molekularen Genetik (Kurator: Prof. Dr. Ulrich Blum). Schwerpunkte werden sein: Forschungen zur pluripotenten Stammzelle und zum Genom-Editing (Genschere CRISPR/Cas 9), die biotechnologische Verschmelzung von Mensch und Maschine sowie medizin-ethische Fragen, die sich aus den gentechnischen Möglichkeiten ergeben.

Künstler (Auswahl): Ed Atkins, John Baldessari, Stan Brakhage, Joseph Breitenbach, Günther Brus, Edward Burch, Jacques Fabien Gautier d’Agoty, Allen Ginsberg, Josef Knoll, Peter Kogler, Paul McCarthy, Matt Mullican, Eadweard Muybridge, Franz Xaver Nissl, Bruce Nauman, Meret Oppenheim, Georg Petel, Robert Rauschenberg, Gerhard Richter, Jeff Wall, Jan Wandelaar, Andy Warhol, James Sibley Watson, Stephan Zick

Abbildung: Edward Burch, Ecorché, um 1780, Bronze, Höhe: 25 cm, Kunstkammer Georg Laue

(Pressetext)