Bruno Gironcoli – In der Arbeit schüchtern bleiben

mumok

  • 03.02.2018. - 27.05.2018

Bruno Gironcoli gehört zu den eigenwilligsten Künstler_innenpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Einem breiteren Publikum ist er durch seine späten Großplastiken bekannt, in denen archetypische Figuren und Triviales zu futuristisch anmutenden Konglomeraten verschmelzen. Weniger bekannt ist, dass Gironcolis bildhauerische Praxis von einer kontinuierlichen grafischen Produktion begleitet war. Die groß angelegte Retrospektive im mumok stellt erstmals den Maler und Zeichner Gironcoli in den Mittelpunkt. Seine Arbeiten auf Papier treten in Dialog mit herausragenden Beispielen seiner Drahtplastiken, Polyesterobjekte, Installationen und Monumentalskulpturen und erschließen so neue Perspektiven auch auf das bildhauerische Werk.

Von Beginn an sind Gironcolis Arbeiten auf Papier mehr als bloße Entwürfe für die Bildhauerei. Auf Papier treibt der österreichische Künstler seine Ideen vielmehr in Dimensionen, die über die Arbeit am konkreten Material weit hinausgehen. Auf Papier animiert er sein eigenes bildhauerisches Werk: Physikalischer Gesetze enthoben gehen schablonenhafte Figuren, Tiere, Symbole und Apparaturen hypothetische Verbindungen ein und fügen sich zu fantastisch-surrealen Szenen. Gironcolis Papierarbeiten sind buchstäblich „Flächen von Überlegungen“, die aus entfremdeten Zeichen mögliche Lebensformen zu bergen suchen.

Die Außenskulpturen Ohne Titel (1996) und Ohne Titel (1992-1995/2001) wurden in Kooperation mit dem MuseumsQuartier aufgestellt.

Kuratiert von Manuela Ammer

Abbildungen: (links) Bruno Gironcoli, Ohne Titel, ca. 1964, (Untitled) Metallpulverfarbe, Tusche und Gouache auf Papier / Metal-powder color, india ink and gouache on paper 121,5 x 76,5 cm, Privatsammlung, Wien / Private collection, Vienna © BRUNO GIRONCOLI WERK VERWALTUNG GMBH / ESTATE BRUNO GIRONCOLI / GESCHÄFTSFÜHRERIN CHRISTINE GIRONCOLI

(rechts) Ausstellungsansicht, © mumok, Photo: Stephan Wyckoff

(Pressetext / press release)