Diplom 2016 – Abschlussaustellung

AdBK - Akademie der Bildenden Künste München

  • 02.02.2016. - 07.02.2016

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Ausstellungsdauer: Mi, 3.02. – So, 7.02.16
Öffnungszeiten: MI - FR 16:00 - 21:00 Uhr, SA/SO 11:00 - 21:00 Uhr

Kommentar
Von María Inés Plaza 02. Feb 2016

Same procedure as every year: Die Dozenten, die Jury, die über zwei Tausend Besucher um die Akademie herum, die an dem Abend ihren neuen Wurf Künstler zelebriert.

Melissa Logan, die vor 20 Jahren in der AdBK die Band (oder das Kollektiv) ‚Chicks on Speed’ gründete, gibt eine Performance zur Eröffnung der Diplomausstellung. Ist auf alle Fälle besser als die Jazz-Band, die der ganzen Zeremonie der Diplom-Verleihung einen etwas affigen Touch* gab. Die Jazz-Band spielte zwar ganz gut, aber warum soll sich diese Zeremonie von einer akademischen Titelverleihung durch die Anwesenheit einer Band unterscheiden? Der Sinn der Sache erschließt sich mir nicht.

Es sind jedenfalls dieses Jahr ganz gute Namen von Künstlern, die sich entscheiden den Rahmen der Akademie zu verlassen und ihre Karriere anzutreten. Viele waren schon lange aktiv, bevor sie ihr Studium abgeschlossen hatten. Alina Birkner – die zur Zeit im Centercourt von Super+ ausstellt – hat bereits die Aufmerksamkeit derjenigen, die sich mit dem Diskurs der Malerei beschäftigen; Amedeo Polazzo macht wohlüberlegte Schritte und lässt seine Arbeit sich an strategischen Orten platzieren (wie im Lost Weekend) oder auf dem Workshop mit Mitarbeitern der HypoVereinsbank, wo das Element der Reproduzierbarkeit ganz andere diskursive und sozialkritische Schichten gewinnt. Lou Jaworski bekam den ganzen Atelierraum, wo er mit Gregor Schneider studierte, für sich, während Keiyona Stumpf ihre perfektionierte Disziplin der Formgebung in Keramik im Kolosssaal zeigt, Jan Eberlding performt im Atelierraum von Olaf Nicolai seinen letzten Auftritt in der Akademie (‚Off’) auf einer selbstreferenziellen Bühne zwischen den Arbeiten von Fabian Diem und Nuno Miguel Wong.

Diogo da Cruz’ Arbeiten zu globalisierten Sorgen und Verständnis von kulturellem Transfer, Ästhetik der Migration und lyrischer Darstellungen von Subversion und Unterwerfung sind im Atelierraum von Hermann Pitz zu finden. Die Flagge mit mehreren EU-Sternkreisen auf Facebook scheint schon mal vielversprechend. Stefan Britze ist einer der Bühnenbildner der AdBK, die längst aktiv in München an und neben verschiedenen Institutionen tätig sind (Siehe Mycel, am Maximiliansforum), und Adrian Duceac einer der wenigen Selbstdarsteller, deren Gemälde etwas mehr wollen als vom Professor (Oehlen) beeinflusst zu werden. Duceac war jedenfalls nicht länger an der Akademie wie manch anderer, aber wie lange man an der Akademie war oder nicht wird nicht die Zukunft seines œuvre bestimmen, sondern was man aus diesen Jahren mitnehmen kann. (Klingt allgemein, aber hat man eine Alternative? Zugegeben, dass die Frage eine starke Dosis Nihilismus in sich birgt, ohne spezifische Institutionskritik zu üben.)

Man vermisst öfters an Akademie-Ausstellungen die Konfrontation mit Fragen wie „Für wen produziert man ein Kunstwerk?“, „Welches Publikum erwartet man wirklich?“, ohne die Standardantworten abzunutzen. Denn es wird schwer, aus einer Nische rauszukommen, ohne dies zuvor klar vor Augen zu haben.