I'M A BELIEVER – POP ART UND GEGENWARTSKUNST AUS DEM LENBACHHAUS UND DER KICO STIFTUNG

Lenbachhaus

  • 19.03.2018. - 01.12.2018
  • Heute geöffnet

Mit der Pop Art haben das Alltägliche, das Unterhaltsame und die Ironie die Hochkultur erobert. Die Pop Art führte die Kunst an den Puls der Zeit. Die Euphorie des Wirtschaftswunders und des florierenden Kapitalismus der 1950er und 60er Jahre fanden in dieser Kunstform ihr künstlerisches Spiegelbild. Pop Art war aber auch immer die kritische Umarmung der gesellschaftspolitischen Bedingungen, die nicht mehr bekämpft werden konnten. So bediente sich Andy Warhol der Prinzipien des Kapitalismus, der Werbung und politischen Agitation oder der Oberflächlichkeit des Fernsehens, um ironische Distanzierung zu bewirken. Das Ergebnis sind Bilder mit bis heute ungebrochener Popularität. Ein Verdienst der Pop Art bleibt, dass die Museen aus dem Schattendasein elitärer Bildung hinaustraten und bis heute erfolgreich beweisen, keineswegs langweilig und verstaubt zu sein.

Die Städtische Galerie im Lenbachhaus richtete Warhol bereits früh eine Einzelausstellung aus. Das Lenbachhaus war auch der Ort der legendären Begegnung zwischen Warhol und Joseph Beuys. Die Ausstellung I'm a Believer. Pop Art und Gegenwartskunst aus dem Lenbachhaus und der KiCo Stiftung beginnt mit dieser Geschichte. Klassische Positionen wie Andy Warhol, Thomas Bayrle, Ulrike Ottinger und Hannsjörg Voth bilden den Auftakt. Von Sigmar Polkes German Pop über Stephen Shores Fotografien nordamerikanischer Vorstädte führt die Ausstellung bis in die Gegenwart des Populären in der Kunst. In dieser Reihe stehen Hans-Peter Feldmann, Isa Genzken, Judith Hopf, Daniel Man und Pietro Sanguineti.

I’m a Believer ist zugleich ein Bekenntnis zur Malerei. Zu sehen sind eines der weltweit größten Gemäldekonvolute von Maria Lassnig, Werke von Miriam Cahn für die documenta 14 und neueste Malerei-Installationen der US-Amerikanerin Amy Sillman.

Ein von Gerhard Richter eigens für das Lenbachhaus eingerichteter Raum stellt die Grenzen der Kunst im Allgemeinen und der Malerei im Speziellen vor Augen. Richters Fotografie-Zyklus Birkenau macht die Darstellung des Undarstellbaren zum Thema. Er fragt, welche Bilder zur Erinnerung und Verarbeitung unserer Geschichte zur Verfügung stehen. Fotografien sowie Video- und Dia-Installationen von Gerard Byrne, Willie Doherty und Michaela Melián schließen sich diesen Fragen an und erweitern die Gattungen und Reflexionen der Ausstellung in die großen Themen unserer Gegenwart.

Mit Werken von Thomas Bayrle, Gerard Byrne, Miriam Cahn, Willie Doherty, Walker Evans, Hans-Peter Feldmann, Isa Genzken, Bruno Gironcoli, Judith Hopf, Maria Lassnig, Daniel Man, Michaela Melián, Ulrike Ottinger, Helga Paris, Sigmar Polke, Gerhard Richter, Pietro Sanguineti, Stephen Shore, Amy Sillman, Hannsjörg Voth und Andy Warhol.

Kuratiert von Eva Huttenlauch.

Abbildungen: MARIA LASSNIG, Landmädchen, 2001, Öl auf Leinwand, 125 x 100 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Foto: Lenbachhaus © Maria Lassnig Stiftung

ULRIKE OTTINGER, Aus der Serie "Journée d'un G. I.", Nr. 2, 1967, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Foto: Lenbachhaus

MIRIAM CAHN, mare nostrum, 21.04.15, Öl auf Leinwand, 125 x 75 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Courtesy Meyer Riegger Berlin/Karlsruhe © Miriam Cahn

(Pressetext)