Jos de Gruyter & Harald Thys – 30 Jahre Kunst

Kunstverein München

  • 22.04.2017. - 25.06.2017

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The artists Jos de Gruyter and Harald Thys have been collaborating for 30 years. Together, they continue to spawn a legion of videos, drawings, sculptures, installations, performances, and photographs. These materials offer the artists vehicles, which they populate with humans and their stand-ins – stupefied family members, hysterical puppets, anthropomorphized objects. Some of these characters are friends, or intermediaries that serve in their place. Others are the derelict occupants of a ‘parallel world’ that goes unrecognized by most, despite its being inexorably entangled with the world most of us identify.

Sometimes their work is perplexing, but the hushed laughter it elicits is tuned to a rather dark station. After all, or overall, the artists wallow in the most depressing of cultural trenches, in the most vile historical quagmires and, when they emerge – indelibly soiled in the moribund and strange aspects of humanity, its absurd technological prosthetics, ist endless neuroses and traumas – they wring it out and give it a frozen form, a more appropriately awkward posture.

On Friday 21 April 2017, Kunstverein München will open 30 Jahre Kunst – an unconventional survey of the artists’ work that will span the Kunstverein’s entire 1. OG and Kino spaces. A fictionalised reconstruction of the life and work of two “artists” by a fictional curator, the exhibition will feature a dense collection of unknown and obscure artefacts of mysterious origins – residues of films never shown, parts and protagonists from old exhibitions, and ideas and thoughts by the artists not (yet) realised.


Die Künstler Jos de Gruyter und Harald Thys arbeiten seit 30 Jahren zusammen. Gemeinsam produzieren sie immer weiter eine Unmenge von Videos, Zeichnungen, Skulpturen, Installationen, Performances und Fotografien. Diese Arbeiten dienen ihnen als Vehikel, die sie mit Menschen und deren Platzhaltern bevölkern – zu Eis erstarrte Familienmitglieder, hysterische Marionetten, anthropomorphisierte Objekte. Einige dieser Charaktere sind Freunde oder Vermittler, die deren Platz einnehmen. Andere sind eigentümliche Bewohner einer Parallelwelt, die von den meisten unbeachtet bleibt, obwohl sie unweigerlich mit der Welt verknüpft sind, mit welcher sich der Großteil von uns identifiziert.

Manchmal machen uns diese Arbeiten staunen, doch das gedämpfte Lachen, das sie hervorrufen, hat oft einen bitteren Nachgeschmack. Schließlich steigen die beiden Künstler bis in die tiefsten und bedrückendsten Abgründe menschlicher Kultur hinab, in den übelsten Morast der Geschichte. Und wenn sie daraus wieder emporsteigen – unauslöschlich verdreckt von den morbiden und bizarren Seiten menschlichen Seins, seinen absurden technologischen Prothesen, seinen endlosen Neurosen und Traumata –, pressen sie diesen Sumpf aus und verleihen ihm eine eisige, ungelenke Form.

Am Freitag, den 21. April 2017 eröffnet der Kunstverein München mit 30 Jahre Kunst einen unkonventionellen Überblick über das Werk der Künstler, der sich sowohl über das gesamte 1. OG des Kunstvereins als auch auf das Kino erstrecken wird. Kuratiert von einem fiktiven Kurator, wird die Ausstellung zur fiktionalisierten Rekonstruktion von Leben und Werk zweier „Künstler”, eine kompakte Sammlung unbekannter und obskurer Artefakte mysteriösen Ursprungs: Ausschnitte nie gezeigter Filme, Teile früherer Ausstellungen sowie Ideen und Gedanken der Künstler, die (noch) auf ihre Umsetzung warten.

(Pressetext / Press release)