Nikos Alexiu – The End

Françoise Heitsch

  • 09.09.2017. - 21.10.2017
  • Gerade geschlossen

Im Jahr 1995 kehrte Nikos Alexiou (*1960 Rethymnon / † 2011 Athen) erstmals in das Kolster Iviron auf dem Berg Athos ein. Er begab sich dorthin, um die Zeichnungen des Mönchs Vasily Grigorovich Barsky aus dem 18. Jahrhundert zu studieren. Als er dort ankam, war ihm noch nicht bewusst, dass er fünf Monate bleiben würde, und dass ihn das marmorne Bodenmosaik aus dem 11. Jahrhundert noch mehr als die Zeichnungen fesseln würde. Ab diesem Zeitpunkt setzte er sich akribisch mit dem byzantinischen Mosaik auseinander. Alexiou kehrte noch einmal im Jahr 2000 zurück auf den Berg Athos, um sich nun ausschließlich und intensiver mit dem Bodenmosaik auseinander zu setzen und um es in seinen Details zu studieren. Im Anschluss nutzte er alle ihm zur Verfügung stehenden künstlerischen Medien, um neue Arbeiten zu schaffen.

In einer täglichen, teilweise meditativen Auseinandersetzung mit dem Muster des Mosaiks, das prinzipiell nur den Mönchen zugänglich war, schuf Alexiou eine Vielzahl an Arbeiten, bei denen er sich der unterschiedlichsten Medien bediente. So zählten Papier, Stoff, Bambus und Stahl zu den Werkstoffen des Künstlers, aus denen er so viel gewinnen konnte. Er übersetzte uns seine Erfahrungen, das was er dort oben erspürt hatte und rettete so ein Stück von dem was damals war in unsere heutige Zeit herüber. Zum Abschluss, ganz am Ende seiner Reise schuf er eine Videoprojektion, bestehend aus einer austauschbaren Matrix, die aus unterschiedlichen Farbkombinationen der Mosaikdetails zusammengesetzt wurde. Diese Fragmente befinden sich in einer beständigen Drehung und stellen variable Gruppierungen von Grundformen euklidischer Geometrie dar.

Auf der diesjährigen Documenta kann man die Videoprojektion gleich im Eingangsbereich des Fridericianum sehen. Wenn man sich weiter dann den digitalen Prints zuwendet, erzeugt das Zusammenspiel von Videoprojektion und Printmedium eine großartige Verdopplung der farblichen Vollendung. Eine Kunst, die an Byzanz knüpft und doch so ganz von heute ist.Bereits vor 10 Jahren, im September 2007, war die Videoinstallation von Nikos Alexiou in der Galerie Françoise Heitsch zu sehen. Auch bei dieser Ausstellung konnte man einen anderen Teil des Iviron Zyklusses „The END“ im Griechischen Pavillion auf der Biennale in Venedig bewundern. Jetzt, 10 Jahre später, während „The END“ noch auf der Documenta in Kassel zu sehen ist, wo es als digitale Animation auf den Boden des Fridericianum projiziert wird, zeigt die Galerie wieder einen weiteren Teil des Iviron Zyklusses, bestehend aus Digital Prints, Bambusarbeiten und einer Videoprojektion.

(Pressetext)