Candida Höfer, Thomas Ruff, Thomas Struth – group show

Galerie Rüdiger Schöttle

  • 07.04.2017. - 21.05.2017

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Galerie Rüdiger Schöttle once again presents works from recent series by Candida Höfer, Thomas Ruff, and Thomas Struth. They studied together under Bernd and Hilla Becher at the Kunstakademie Düsseldorf in the early 1980s and have kept exploring to this day our cultural and living environments with archival meticulousness.

Over the past year, Candida Höfer created more than twenty works on the newly opened Elbphilharmonie in Hamburg. As is usual for Höfer, she photographed the interiors in the central perspective, but she also took pictures of exteriors and details such as windows and terraces as well as of models by the architects Herzog & de Meuron. Moreover, Höfer focuses also on the seemingly trivial peripheral matters of these cultural sites, surprising viewers with small-format close-ups and contrasting the accurately arranged main venues.

In his new series, Press ++, Thomas Ruff presents enormously magnified press images he acquired from various media archives. Whereas in the 1990s he approached the analog press image by presenting cropped and magnified newspaper photos, displaying their black grain and canceling their relationship to the accompanying text, in his new series Ruff now merges the original image with the editors’ caption, juxtaposing them as equal parts. Image, writing, choice of detail, and retouch are combined to an informative whole: recto and verso constitute a common aesthetic value.

Thomas Struth has been continually developing his technology cycle since 2007, in which he seeks out spaces for scientists and researchers that are usually closed to the public and confronts us with a world of tomorrow. The title of one of these works, AGLAE C2RMF, Paris 2013, may seem cryptic at first. It depicts an antique bronze sculpture that is controlled by a complexly wired device. Art history and modern technology converge in this piece: The scenery of the Louvre’s restoration workshop mirrors the technological progress that forces even the creative aspect of art to constantly prove itself anew.

On April 27, the Städel Museum in Frankfurt will arrange a comprehensive exhibition entitled Fotografien werden Bilder (Photographs Become Images). Candida Höfer’s pictures of the Elbphilharmonie are on view at the Deichtorhallen Hamburg until May 1. An exhibition that gives an overview of Thomas Struth’s work groups will open at the Haus der Kunst in Munich; the Whitechapel Gallery in London is planning a solo exhibition of Thomas Ruff’s works at the end of the year.


Erneut werden in der Galerie Rüdiger Schöttle Arbeiten aus den aktuellsten Werkzyklen von Candida Höfer, Thomas Ruff und Thomas Struth präsentiert. Anfang der 1980er Jahre studierten sie gemeinsam in der Klasse von Bernd und Hilla Becher an der Düsseldorfer Kunstakademie und untersuchen noch heute unsere Kultur- und Lebensräume mit archivarischem Anspruch.

Bei Candida Höfer sind im letzten Jahr über 20 Arbeiten zur gerade eröffneten Hamburger Elbphilharmonie entstanden. Die Innenräume sind in gewohnter Manier aus der Zentralperspektive aufgenommen, aber auch Außenansichten und Details wie Fenster und die Empore sowie die Modelle der Architekten Herzog & de Meuron wurden von ihr beleuchtet. Darüber hinaus beschäftigt sich Candida Höfer auch vermehrt mit den nichtig erscheinenden Randphänomenen der Kulturstätten und überrascht mit kleinformatigen Detailaufnahmen. Sie stehen im Kontrast zu den so oft akkurat angeordneten Hauptschauplätzen.

In seiner neuen Press ++ Serie zeigt Thomas Ruff enorm vergrößerte Pressebilder, die er aus unterschiedlichen Pressearchiven erworben hat. Während er sich in den 1990er Jahren dem analogen Pressebild über Zeitungsfotos näherte, indem er diese mit ihrer schwarzen Körnung isoliert als Bild vergrößert darstellte und somit die Beziehung zum begleitenden Text aufhob, vereint Thomas Ruff in seiner neuen Press++ Serie das ursprüngliche Bilddokument mit den Anmerkungen der Bildredaktion und legt beides als gleichwertige Bestandteile übereinander. Bild, Schrift, Festlegung des Bildausschnittes und Retuschen sind vereint zu einem informativen Ganzen: Recto und Verso bilden einen gemeinsamen ästhetischen Wert.

Seit 2007 erweitert Thomas Struth fortlaufend den Technik-Zyklus. Dabei sucht er für die Öffentlichkeit meist verschlossene Räume von Wissenschaftlern und Forschern auf und konfrontiert uns mit der Welt von morgen. Eines dieser Werke trägt den zunächst kryptisch erscheinenden Titel „AGLAE, C2RMF, Paris 2013“. Darauf zu sehen ist eine antike Bronze, die von einem komplexen, verkabelten Gerät angesteuert wird. Kunstgeschichte und moderne Technik treffen hier aufeinander. Die Szenerie in der Restaurierungswerkstatt des Pariser Louvre spiegelt den technischen Fortschritt wider, in dem sich auch das Schöpferische in der Kunst immer wieder aufs Neue bewähren muss.

Ab dem 27. April richtet das Frankfurter Städel dieser ersten Generation der Düsseldorfer Becher-Klasse eine groß angelegte Ausstellung unter dem Titel „Fotografien werden Bilder“ aus. Candida Höfers Aufnahmen der Elbphilharmonie sind noch bis 1. Mai in den Deichtorhallen Hamburg zu sehen. Eine Übersichtsausstellung zu Thomas Struths Werkgruppen wird Anfang Mai im Münchner Haus der Kunst eröffnet und die Whitechapel Gallery in London plant für Ende des Jahres eine Einzelausstellung mit Thomas Ruff.

(Press release)