THOMAS ZIPP – A Frozen Fountain (the family of pills)

Galerie Rüdiger Schöttle

  • 30.11.2018. - 02.02.2019

Thomas Zipp ist bekannt für seine komplexen Rauminstallationen und Laboratorien, deren Präsentationen zunehmend mit performativen Inszenierungen verbunden sind. In seiner jüngst in der Kunsthalle in Gießen realisierten Installation A Primer of Higher Space (The Family of Man revisited), werden nicht nur die Normen unserer Gesellschaft in einem apokalyptischen und zugleich alltäglichen Szenario hinterfragt, sondern der Ausstellungsbesucher selbst kann in die Rolle des Performers schlüpfen und Teil der empirischen Forschung werden.

Kunst, Wissenschaft und Literatur werden von Thomas Zipp rückblickend untersucht, um mit der Gegenwart verknüpft zu werden; Vergangenes wird in die Gegenwart gerückt, um das menschliche Handeln anhand vermeintlicher Fakten neu zu hinterfragen. Psychologie und Gesellschaft sind seine zentralen Themen, bestehende Wertesysteme werden von Thomas Zipp immer wieder neu ausgelotet und neue Fragestellungen an das Hier und Jetzt eröffnet.

Auf die Malerei, eine zentrale Ausdrucksform seines Schaffens, verzichtete der Professor für Malerei an der UdK Berlin in der eingangs erwähnten Ausstellung gänzlich. Oft werden jedoch die zentralen Denkprozesse und Fakten gerade in den Gemälden dechiffriert. Die typische Schrift von Zipp ist dabei ein wichtiges kompositorisches Stilmittel. Buchstabenfolgen geben Hinweise auf die konsultierte Literatur, ganze Passagen werden als Teil der Komposition zitiert. Die Initialen im Titel der Arbeiten verweisen auf die dargestellte Person, die oft auch als eigenständiges Porträt neben der Malerei erscheint. Die Gemälde lassen sich wie Anleitungen der zugrunde liegenden Idee lesen. Der Mensch steht dabei im Mittelpunkt seiner „analytischen“ Malerei, die immer auch Motive aus dem Dunkel des Unbewussten beinhaltet. Nach den umfassenden Rauminstallationen Hier (Futuristic Mess) (2007) und Aids To Theater Technique (2010) in der Galerie Rüdiger Schöttle, rückt Thomas Zipp in der aktuellen Ausstellung A Frozen Fountain (the family of pills) seine subtil konzipierten Gemälde und Skulpturen in den Fokus seiner Untersuchungen zu unserer Gesellschaft. (IL)

Thomas Zipp studierte bei Thomas Bayrle an der Städelschule in Frankfurt am Main, sowie an der Slade School of Fine Art in London. Er lebt und arbeitet in Berlin und ist seit 2008 Professor für Malerei und Multimedia an der Universität der Künste Berlin. Seine Werke sind in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten. Von den internationalen Ausstellungen sind besonders zu erwähnen: MENS AGITAT MOLEM. Luther & The Family of Pills, Sammlung Goetz, München (2009), White Reformation Co-op Mens Sana in Corpore Sano, Kunsthalle Fridericianum, Kassel (2010), Comparative Investigation about the Disposition of the Width of a Circle, Palazzo Rossini (Biennale di Venezia), Venedig (2013).

Abbildung: Thomas Zipp, Palmhorse (Melancholia), 2018, Fiberglas, Lack, Acryl, Gummi, Holz, Öl auf Leinen, 255 x 205 x 40cm. Courtesy Galerie Rüdiger Schöttle, Foto: Ulrike Boehm

(Pressetext / press release)