Wiener Festwochen – 2017

performeum

  • 12.05.2017. - 18.06.2017

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When it started in the 1950s, the Wiener Festwochen laid several important foundations for creating a new image for Vienna, both nationally and internationally. After Vienna and Austria had been isolated by Austrofasciscm and Nazism, it was necessary to reconnect with the world, to integrate the city and the country into the international discourse of art and culture, to promote life, openness, and the idea of a future. Throughout its subsequent history, the Wiener Festwochen has always taken on cultural and sociopolitical challenges.

For example, the large Wiener Festwochen exhibitions have contributed to the creation of the Kunsthalle. Out of a need for new understanding of opera, separate from the State Opera, the idea for the Theater an der Wien was developed. With “Töne und Gegentöne” and “Big Beat” important emphasis has been put on the grey area in experimental music between avantgarde, subculture, pop, and electronic, which inspired the further development of music in the city. With “Big Motion”, the Festwochen opened a world unknown to Vienna of new, postdramatic theatre forms. And with “Arena 70”, the Festwochen created its own counter-festival for new art and social forms.

Gathering these historical threads, the Wiener Festwochen today is positioned as a multidisciplinary art festival in the city. Among Vienna's varied and tightly-packed cultural offerings, the point is to present and allow things not yet seen and not yet heard, and to work as a content engine linking genres, thoughts, and ideas. The task of the Wiener Festwochen will therefore be to create frameworks for new alliances, rather than to build new borders and fences of art.

Historically, the Wiener Festwochen has defined itself as a festival for high culture, subculture, and counterculture, combining music theatre, theatre, fine arts, performance, dance, music, installation, discourse, participation, workshops, and new art forms that cannot yet be categorised. Thus, festival will not pause at genre boundaries.

Wiener Festwochen doesn’t aim to be a glossy festival. Rather, it seeks to understand art as a process that enables new solidarities by creating temporary Ground Zeros, thus becoming a field for experimentation for a future society.


Die Wiener Festwochen haben mit ihrem Start in den 1950er Jahren etliche wichtige Grundsteine für die Schaffung eines neuen Images von Wien gelegt – nach innen und außen. Nach der Isolation Wiens und Österreichs durch Austrofaschismus und Nationalsozialismus galt es, sich erneut mit der Welt zu vernetzen, die Stadt und das Land wieder in einen internationalen Diskurs von Kunst und Kultur zu bringen, wieder Leben, Offenheit und die Idee einer Zukunft zu propagieren. Auch in ihrer weiteren Geschichte haben die Wiener Festwochen stets zentrale gesellschafts- wie kulturpolitische Aufgaben übernommen.

So haben zum Beispiel die großen Festwochen-Ausstellungen zur Gründung der Kunsthalle geführt; aus dem Bedürfnis nach einem neuen Opernverständnis abseits der Staatsoper hat sich die Idee des Theater an der Wien entwickelt. Mit „Töne und Gegentöne“ oder „Big Beat“ wurden wesentliche Akzente in der experimentellen Musik-Grauzone zwischen Avantgarde, Subkultur, Pop und Elektronik gesetzt, die ein maßgeblicher Anstoß zur Weiterentwicklung des Musiklebens in der Stadt waren. Mit „Big Motion“ eröffneten die Festwochen eine in Wien noch ungeahnte Welt neuer (postdramatischer) Theaterformen und mit der „Arena 70“ wurde sogar ein eigenes Gegenfestival für neue, junge Kunst- und Gesellschaftsformen geschaffen.

An die historischen Stränge anknüpfend, positionieren sich die Wiener Festwochen auch heute als spartenübergreifendes Kunstfestival in der Stadt. Im breiten und dichten Kulturangebot Wiens geht es uns darum, Ungesehenes und Ungehörtes zu präsentieren und zu ermöglichen, andererseits – als inhaltlicher Motor – Genres, Gedanken und Ideen miteinander zu vernetzen. Die Aufgabe der Wiener Festwochen besteht darin, Rahmen für neue Allianzen zu schaffen, und nicht darin, neue Grenzen oder Zäune der Kunst aufzubauen.

Ganz im Sinne der Tradition der Wiener Festwochen, die sich in ihrer Geschichte als Festival für Hoch-, Sub- und Gegenkulturen definiert, und Musiktheater, Theater, Bildende Kunst, Performance, Tanz, Musik, Installation, Diskurs, Partizipation, Workshops und neue Kunstformen jenseits von Spartenbegriffen organisch miteinander verbunden haben, wird das Festival nicht vor Genregrenzen Halt machen.

Die Wiener Festwochen wollen kein Hochglanz-Festival sein, sondern vielmehr Kunst als einen Prozess begreifen, der im Erschaffen temporärer Ground Zeros neue Solidarität ermöglicht und zum Probierfeld einer Gesellschaft der Zukunft wird.

(Pressetext / press release)