Duncan Swann – Vertigo fragments (I)

Swann zeigte dieses Jahr seine neuesten Arbeiten in der Platform am Kistlerhof, ein interdisziplinäres Kunstzentrum untergebracht in einem alten Lagergebäude im Süden der Stadt. Die Ausstellung „W;here“ (25.02 bis 13.03.2015) setzte sich mit seinen skulpturalen und malerischen Arbeiten auseinander, welche sich auf die Begriffe von Räumlichkeit und Zeit fokussieren.

Ein Besuch in Duncan Swanns Atelier gleich nach der Eröffnung hat sich gelohnt, um die Prozesse auf der Ausstellung zu verstehen. Auf seinem Arbeitstisch vermischen sich Kopien aus alten Katalogen der Glyptothek, von Le Japon Illustré, ausgewählt Ausschnitte von Skulpturen, Muster und Ornamentik. Das offene Recherche-Material wird von scheinbar beliebigen Malstrichen bedeckt, diese werden aber als poetisches Element von Swann verwendet. Der verborgene Appell in Duncan Swanns Fotografien dieser Stilleben-Momente im Atelier zeigt eine Parallele zu seiner größeren künstlerischen Produktion.

Genau diese bescheidene Arbeiten, die Swann an Reflektor M als Editionen anbietet, spiegeln seinen Alltag als Künstler, Vater und Betrachter in performativer Manier. Die fotographischen Prints können als Reproduktion der eigenen Erinnerung angenommen werden, oder gleich als Kulisse eines Mythos, welches das Künstleratelier in sich trägt.

Swann spricht über diese Editionen als eine Serie „über Verlangen, und der Vertigo Effekt, welcher diesen Trieb mit sich bringt, produziert durch eine Auseinandersetzung mit dem Anderssein (Otherness), erreicht durch die einfache Platzierung von Bildern neben einander - Fotografien, Fotokopien, Texte und Transparenzen“. Somit erkennen wir den Künstler durch die Serie als Betrachter seines eigenen Habitats, der Freiheit welche den Raum ermöglicht, aber auch die Grenzen, die derselbe vorlegt.

About the artist

Duncan Swann (*1969 in Sheffield) studierte in the Royal College of Art in London (2001-2004), begann seine Karriere als Künstler mit internationale Ausstellungen in L.A. in der Kohn Gallery (mit Martin Eder und Cristof Yvoré), gefolgt mit Ausstellungen in verschiedenen Städte Englands, Wien, Sardinien und München.