Martin Hast – Zelt, 2012

Die Landschaften bei Martin Hast atmen Geschichte (aus). Deutsche Vorreiter dokumentierender Aufnahmen wie Bernd & Hilla Becher sich als Referenz ausmachen, aber auch die beunruhigenden Film Stills von David Lynch. Twin Peaks und die kleinen Dörfer und leeren Gebäude bei den immer quadratischen Fotografien von Hast haben etwas gemeinsam: das Streben nach skulpturalen Erscheinungen im Bild durch stille Objektivität. Die Methode scheint pragmatisch zu sein, doch die Intensität der Bilder transportiert einerseits die Reflektionen des Künstlers und ermöglicht über die kognitive Wahrnehmung andererseits, eine eigene Fiktion zu etablieren, ohne dass dem Betrachter eine bestimmte Vorstellung aufgezwungen wird.

Die Edition, die Martin Hast für Reflektor M entwickelt hat, scheint eine sehr persönliche Überlegung zu sein. Zwar kommen des öfteren Interieurs vor, die uns an Spitzwegs Apotheose des romantischen Künstlers des 19. Jahrhunderts erinnern, diese „Zelt“ innerhalb einer scheinbaren Baustelle lässt sich aber mit soziokulturellen und demographischen Aspekten koppeln, die das Künstlersein im 21. Jahrhundert konditionieren.

About the artist

Martin Hast (Bremen, 1969) studierte Freie Kunst in der Akademie in Kassel, lebt in München und stellt seine Arbeit in den lokalen Ausstellungsorte seit 2007. Seine Fotografien mögen Unterhaltung nicht auf der stürmischen Art zu positionieren, sondern in der Stille, welche die Gewalt der Bilder subtil ausdrücken. Die Fotografien entsprechen nicht nur die reproduzierbare Natur ihrer Technik, sondern die Bilderwelten, die die Memoiren von Hast prägen.

Mehr Fotografien unter www.martinhast.com