On Munich Off: Niko Abramidis, Moritz Engelke & Susi Gelb – Über Easy!upstream

Moritz Gaudlitz: Euer Space ist noch recht neu in München. Worauf fokussiert ihr euch genau?

Easy!Upstream: Wir fokussieren uns darauf, mehr Interesse an zeitgenössischer Kunst zu generieren. Das easy!upstream ist dabei Ausstellungsort, Café, Treffpunkt und Bar.

MG: Ist es naheliegend, als Künstlerkollektiv Räume auch für die Präsentation eigener Werke zu nutzen?

E!U: Absolut! Es wäre ja eine komische Selbstbeschneidung oder Identitätsverleugnung, in einem eigenen Raum nur andere Positionen zu zeigen. Als Künstler - und wir sind ja ein artist-run space - gehen wir weniger von einem kuratorischen Konzept aus als vielmehr von der eigenen Arbeitsweise. Für die Eröffnungsausstellung fanden wir es daher passend, unsere eigenen Arbeiten als Ankerpunkt mit anderen Werken zu kombinieren. Die kommenden Ausstellungen zeigen dann Positionen aus unserem künstlerischen Umfeld. Visuell zu argumentieren ist der künstlerischen Praxis auch näher als eine kunsthistorische Herangehensweise.

MG: Euer Raum ist, wie gesagt, Ausstellungsraum, Café, Buchshop für Editionen. Der perfekte Mix?

E!U: open space rather than close it! Die Mischung aus Ausstellungsraum und Café ist perfekt, da sie den Raum für ein breites Publikum öffnet. Das Café im Schaufensterbereich senkt die Schwellenangst, der Raum lädt zum Verweilen ein.

MG: Spürt ihr denn persönlich einen „leichten Auftrieb“ in der Münchner OFF-Szene?

E!U: Wir spüren vor allem einen angenehmen Auftrieb im easy!upstream.

MG: Und würdet ihr euch denn überhaupt OFF einordnen?

E!U: Die allgemeine Definition von “off space” ist ja nicht klar eingegrenzt; in jedem Fall agieren wir vollkommen unabhängig von Institutionen und Kunstmarkttendenzen. In diesem Sinne kann man unseren Raum “off” nennen. Gleichzeitig ist das easy!upstream 150 Quadratmeter groß und sehr zentral gelegen - und daher mittendrin.