Rosanna Graf: Was macht Deutschland heute für die Kunst eigentlich so anders, so attraktiv? – LIVID LIVING CORPSE bei der Jahresausstellung der HfBK / nicht lektoriert

1 Standort Deutschland für die Kunst. Was fällt Ihnen / Dir spontan hierzu ein? Wo sind Stärken, wo Schwächen? Gibt es etwas Spezifisches?

Meine Arbeit ist ja immer da wo ich bin. Also sie folgt mir, wenn ich woanders hingehe. Also ich habe keine Illusionen über ein Zusammenkommen von Standort und spezifischer Produktivität oder von spezifischem Standort und Produkt.

Das Produkt Kunst muss man eh ausmerzen. Also in Hamburg ist das Wetter schlecht, das soll gut sein für die Kopfarbeit, aber schlecht fürs Herz.

2 Welche Faktoren sind für Sie/Dich bei der Entwicklung des Werks oder der Arbeit – auf mentaler und diskursiver Ebene – als auch in Hinblick auf die realen Produktionsbedingungen wichtig? Beispiele?

Fürs Filme machen braucht man ja eigentlich Geld. Das ist generell so eine Sache. Die einzige Möglichkeit ist ohne Geld wie Hollywood auszusehen, oder mit wenig Geld wie John Waters.

Mental ist Kunst machen immer schwierig, nochmal: egal wo. Deshalb muss man anfangen es zu geniessen, ob da jetzt Bilder generiert werden sollen wie „Drehbuchautorin, schreibend, mit Pina Colada am Pool" oder „erimitischer Sonderling in Mönchskutte entwickelt in dunkler Kammer, auf mäusezerfressenem Papier geniale Ideen“, das kann sich die Leserin selbst aussuchen. Geht es hier überhaupt um Geld? Oder um das Wetter? Oder um den Genius und wie man ihn zähmt?

3 Wie wichtig sind Ausbildungsorte, diskursive Plattformen, Räume und/oder Institutionen für den eigenen Werdegang? Beispiele?

Meine Ausbildung ist nun beendet. Ich hoffe meine 600 Follower bringen mir Ruhm und Reichtum.

4 Inwiefern haben sich die Produktionsbedingungen und -mechanismen in den letzten Jahren verändert und inwieweit hat dies Deine/Ihre Arbeit beeinflusst?

Entschuldigung, aber Produktion ist einfach ein grausliges Wort. Ich mach halt diese Arbeiten, die kommen irgendwo aus mir raus, das geht mal mehr mal weniger gut, aber es geht und ich will nix anderes machen.