Sophia Süßmilch: Was macht Deutschland heute für die Kunst eigentlich so anders, so attraktiv? – nicht lektoriert

1 Standort Deutschland für die Kunst. Was fällt Ihnen / Dir spontan hierzu ein? Wo sind Stärken, wo Schwächen? Gibt es etwas Spezifisches?

Fad ist hier eher schon vor allem im Vergleich zu Wien. Kein Space in München, die alte Leier, da wird sich auch nix dran ändern bis die Revolution kommt.

2 Welche Faktoren sind für Sie/Dich bei der Entwicklung des Werks oder der Arbeit – auf mentaler und diskursiver Ebene – als auch in Hinblick auf die realen Produktionsbedingungen wichtig? Beispiele?

Maximaler Output bei minimalem Input wäre halt optimal, meist dann halt auch maximaler Input, zwischendurch bisschen Ruhe und Schlafen und dann wieder von vorn. Möglichst wenig Knechtjobs machen, dann ist der Kreislauf am besten und dann gehts auch mit den Arbeiten gut.

3 Wie wichtig sind Ausbildungsorte, diskursive Plattformen, Räume und/oder Institutionen für den eigenen Werdegang? Beispiele?

Bei mir hat sich vor allem das Weggehen aus München 2010 bemerkbar gemacht, wäre ich hier geblieben würde ich heute bestimmt immer noch komplett freudlos und angestrengt vor mich hin werkeln und immer nur "gut/schlecht/gut/schlecht" denken. Ich bin froh dass sämtliche Diskurse über Malerei an mir vorbei gegangen sind, dadurch, dass ich Bildhauerei studierte habe, dadurch hab ich mir eine große Freude und Leichtigkeit behalten können am Malen. Malen ist so super !

Und gerade so Kunstvereine, Institutionen : Vetternwirtschaft, eh klar.

Sehr wichtig für mich sind nach wie vor Facebook, Instagram und so, da findet einfach viel statt, auch an Austausch und Inspiration. Dadurch dass diese medialen Plattformen schon so in die Alltagshandlungen eingebaut sind passiert das dann tatsächlich am Meisten, da am Einfachsten .

4 Inwiefern haben sich die Produktionsbedingungen und -mechanismen in den letzten Jahren verändert und inwieweit hat dies Deine/Ihre Arbeit beeinflusst?

Seit ich kein Stipendium mehr habe ist es für mich definitiv härter geworden finanziell und natürlich auch zeitlich so zu arbeiten wie früher. Weniger schlafen, weniger gegen Widerstände arbeiten sondern das nehmen was eh passieren würde, so löse ich das gerade.

Aber Scheisse ist es halt schon für 20 qm Atelier 350 € zahlen zu müssen und dann nicht mal ausstellen zu können weil man hier so aufeinander hockt. Ich will eh lieber wieder nach Wien, dann kann ich da rumjammern. Jetzt bleib ich erst noch ein bisschen da weil gerade so gemütlich hier.