Off-Sites – Ingolstadt, Erlangen, Ulm

  • 25.09.2015

Zwar nicht wirklich weit weg voneinander, werden Städte wie Nürnberg, Ingolstadt, Erlangen oder Ulm von München aus selten für eine Ausstellung besucht. Dabei haben die bayerischen Städte ein überzeugendes Angebot im Bereich des Zeitgenössischen Designs und der Bildenden Kunst, welche etwas mehr Aufmerksamkeit verdient hat.

Reflektor M wurde zwar für Münchner Ausstellungen ins Leben gerufen, doch der Blick über den Tellerrand ist sinnvoll, vor allem wenn das Regionale oft unterschätzt wird oder nicht genug Platz in den Medien hat. Es tut sich was in der Zeitgenössischen Kunst, in Bayern, doch wie können diese einem breiteren Publikum nahegebracht werden?

Off-Sites ist unsere neue Reflektor M Veranstaltungs- und Ausstellungsreihe, die wir peu à peu in unserem Kalender mit berücksichtigen möchten. Wir haben in den letzten Monaten schon einmal über die Ausstellungen und Messe-Teilnahmen von Künstlern und Galeristen berichtet, die München als ‚Base’ haben. Wenn sich der Fokus der Termine von Reflektor M ausdehnen sollte, dann möchten wir mit den Nachbarstädten anfangen.

Auf unserem Wochenendplan steht tatsächlich, heute Freitag nach Ingolstadt zum Bayerischen Armeemuseum zu fahren, wo Kurator Tom Biber zu den „europäischen Stammeskriegen“ die Arbeiten von Andrew Gilbert, Stefan Kaminski und Dominic Wood (The Church of Dominic Wood) im Dialog zeigt.

„European Tribal Wars“ ist in Berlin und Ingolstadt entstanden, über den Direktor des Bayerischen Armeemuseums Ansgar Reiß, Tom Biber und die drei Künstler, die in Berlin in den letzten 10 Jahren viel beachtet und ausgestellt wurden. Die Münchner Kunsthistorikerin und Kuratorin Daniela Stöppel wird zur Eröffnung eine Einführung zum kuratorischen Konzept geben. Der Katalog zur Ausstellung wurde von der Münchner Designerin Christina Mayer gestaltet.

Amely Deiss, Leiterin des Kunstpalais in Erlangen, schildert eine historische Referenz in Verbindung mit der Stadt Erlangen, ohne ein Thema für die elf Künstler zu forcieren; elf Künstler, unter anderen Gregor Hildebrandt, Katja Kublitz oder Via Lewandowsky (Zuletzt gesehen in einer wunderbaren Soloausstellung bei Karin Sachs) wählen als Ausgangspunkt für ihre Kunst Datenträger und Datenkompression, um Daten für die Ewigkeit zu speichern.

SAVE THE DATA! – In Erlangen wurde schließlich vor 30 Jahren das MP3-Format entwickelt. Zur Ausstellung erscheint der Katalog erstmals als Magazin mit Interviews mit den MP3-Entwicklern Brandenburg und Grill, dem Atelierbesuch bei den Künstlern und Materialsammlern Hildebrandt, van Liefland und dem Fotografen Christian Werner, sowie einem „Verzeichnis der ausgestorbenen Empfindungen“ zur Nostalgie der Datenträger.

Die Walther Foundation ist eine der bekanntesten Sammlungen zur afrikanischen Fotografie und Künstlern der zweiten Hälften des 20. und 21. Jahrhundert. Christoph Sehl hat die Ausstellung besucht und kommentiert; Die Ordnung der Dinge, eine von Brian Wallis kuratierte Ausstellung ist in diesem Jahr noch bis Sonntag, den 27. September in Neu-Ulm zu sehen.

Es beschäftigen den Besucher die Entwicklung von typologischen und seriellen Bildkonzepten in historischen sowie zeitgenössischen Arbeiten wie von den Künstlern August Sander, Karl Blossfeldt, Bernd und Hilla Becher, Ai Weiwei, Nobuyoshi Araki, Richard Avedon, Ed Ruscha, Stephen Shore, Samuel Fosso und Zanele Muholi. Sonder-Öffnungszeiten finden zur Vernissage statt; Am Sonntag findet ein Tag der offenen Tür statt (Von 11.30 bis 16.00 Uhr).

Falls keine Tische am Oktoberfest reserviert sind, die Pläne für den Ausflug aufs Land oder in die Berge bei schlechten Wetter abgesagt werden müssen, gibt es einige anspruchsvolle Gründe, München zu verlassen.