AdBK - Akademie der Bildenden Künste München

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STANDORT SCHWABING

von Walter Grasskamp

"(...)Es handelt sich um eine langgestreckte Anlage im Stil der Neorenaissance, mit einem Mittelpavillon sowie vier Eckpavillons an den beiden äußeren Flügelbauten. Vom südlich vorgelagerten Ehrenhof führen eine zentrale Freitreppe sowie zwei geschwungene Auffahrtsrampen unter den markanten Portikus. Das geplante Skulpturenprogramm der Schauseite wurde nicht vollständig ausgeführt, und die dafür vorgesehenen Nischen blieben leer, aber den Mittelbau überragte eine Darstellung der Pallas Athene, die nach der Kriegszerstörung allerdings verloren gegangen ist.

(...) Nach der Kriegszerstörung – welche die ausgelagerten Gobelins überstanden haben – war der Wiederaufbau von Sparsamkeit diktiert. Statt der ursprünglich gewölbten französischen Dächer auf den fünf Pavillons, die dem Gebäude insgesamt ein elegantes und leichtes Gepräge gaben, wurden flache Dächer aufgesetzt; die Eckpavillons verloren dadurch ihre markante Kontur. Im Inneren konnte die einstige dekorative Pracht nicht wiederhergestellt werden; manches wurde aber auch beim Wiederaufbau entfernt, zumal der Nachkriegsmoderne der Historismus des 19. Jahrhunderts wenig galt. Eine pragmatische Raumplanung erhöhte den Nutzraum mit Zwischengeschossen, doch blieben die hohen und hellen Etagenflure erhalten, die ein eindrucksvolles Raumerlebnis verschaffen.

Schon wenige Jahre nach seiner Wiederherstellung erwies sich das Akademiegebäude als zu klein. Bereits zu Beginn der 1960er Jahre diskutierte Pläne für einen Erweiterungsbau an ihrer Westseite wurden aber erst 1992 konkret, als Coop Himmelb(l)au einen Architekturwettbewerb gewann, und erst 2003 Wirklichkeit, als der Grundstein zu dem Erweiterungsbau gelegt wurde, der 2005 bezogen werden konnte."