documenta 14 / Kassel

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documenta und Museum Fridericianum gGmbH is a non-profit organization supported and funded by the City of Kassel and the State of Hesse, as well as by the German Federal Cultural Foundation. documenta 14 will open in April 2017 in Athens, and in June 2017 in Kassel.

In 1955, the Kassel painter and academy professor Arnold Bode endeavored to bring Germany back into dialogue with the rest of the world after the end of World War II, and to connect the international art scene through a “presentation of twentieth century art.”

He founded the “Society of Western Art of the 20th Century” in order to present art that had been deemed by the Nazis as degenerate as well as works from classical modernity that had never been seen in Germany in the destroyed Museum Fridericianum.

The first documenta was a retrospective of works from major movements (Fauvism, Expressionism, Cubism, the Blaue Reiter, Futurism) and brilliant individualists such as Pablo Picasso, Max Ernst, Hans Arp, Henri Matisse, Wassily Kandinsky, and Henry Moore. In this journey through the art of the first fifty years of the century, German founders of modern art such as Paul Klee, Oskar Schlemmer, or Max Beckmann were presented alongside classics of modernism.

An enormous hunger to compensate for the lack of information about international tendencies in art motivated 130,000 visitors to come to Kassel for the exhibition, which acted as both a survey and a forum for contemporary art.

Encouraged by this unexpected success, Bode planned a second exhibition in 1959, thus establishing the exhibition cycle of documenta. Since 1959, the exhibition has been organized by a limited liability company with the City of Kassel and State of Hesse as shareholders.

Arnold Bode led the exhibition up until documenta 4 in 1968, in cooperation with such renowned art historians such as Werner Haftmann, Will Grohmann, Werner Schmalenbach, and Max Imdahl. documenta increasingly became a seismograph of developments in contemporary art.

A new format for the exhibition’s organization started in 1972, with Harald Szeemann appointed as “Secretary General.” On behalf of the board of documenta gGmbH, an international jury is assembled to appoint the Artistic Director for each exhibition. In 1997, Catherine David became the first woman to direct documenta.

Each documenta takes its character from the ideas and concept of its Artistic Director, and is therefore not only a forum for current trends in contemporary art, but a place where innovative and standards-setting exhibition concepts are trialed. In each edition, documenta has played a leading role in taking the international discourse about art in new directions. Over the past decades, documenta has established itself as an institution that goes far beyond a survey of what is currently happening, inviting the attention of the international art world every five years for this "museum of 100 days." The discourse and the dynamics of the discussion surrounding each documenta reflects and challenges the expectations of society about art.


Die documenta und Museum Fridericianum gGmbH ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die von der Stadt Kassel und dem Land Hessen als Gesellschafter getragen und finanziert und zudem durch die Kulturstiftung des Bundes finanziell unterstützt wird. Die documenta 14 wird im April 2017 in Athen und im Juni 2017 in Kassel eröffnet.

Der Kasseler Maler und Akademieprofessor Arnold Bode versuchte 1955, durch eine „Präsentation der Kunst des zwanzigsten Jahrhunderts” Deutschland nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wieder in einen Dialog mit der Welt zu bringen und in das internationale Kunstgeschehen einzubeziehen.

Mit Hilfe der von ihm gegründeten „Gesellschaft Abendländischer Kunst des XX. Jahrhunderts e. V.” präsentierte er im zerstörten Museum Fridericianum die von den Nationalsozialisten als entartet diffamierte und bis dahin in Deutschland so nie gezeigte klassische Moderne.

Die erste documenta war eine Retrospektive mit Arbeiten aller bedeutenden Gruppierungen (Fauvismus, Expressionismus, Kubismus, Blauer Reiter, Futurismus) und genialer Einzelgänger wie Pablo Picasso, Max Ernst, Hans Arp, Henri Matisse, Wassily Kandinsky oder Henry Moore. In diesem Durchgang durch die Kunstgeschichte der ersten 50 Jahre des Jahrhunderts wurden neben den Klassikern der Moderne auch die deutschen Begründer der modernen Kunst wie Klee, Schlemmer oder Beckmann vorgestellt.

Ein enormer Nachholbedarf an Informationen veranlasste 130.000 Besucher, zu dieser Werkschau, die Retrospektive und auch Forum aktueller Kunst war, nach Kassel zu kommen.

Durch den unerwarteten Erfolg ermutigt, plante Bode für 1959 eine zweite Ausstellung und installierte damit den Ausstellungszyklus der Kasseler documenta, die seit 1959 durch eine GmbH mit den Gesellschaftern Stadt Kassel und Land Hessen organisiert wird. Bis zur documenta 4 im Jahr 1968 leitete Arnold Bode zusammen mit renommierten Kunsthistorikern wie Werner Haftmann, Will Grohmann, Werner Schmalenbach und Max Imdahl die Ausstellung, die immer mehr zum Seismographen aktueller Kunstentwicklungen wurde.

Mit Harald Szeemann als „Generalsekretär” begann 1972 ein neues Konzept der Ausstellungsleitung. Eine internationale Jury beruft im Auftrag des Aufsichtsrates der documenta gGmbH zu jeder Ausstellung einen neuen künstlerischen Leiter, 1997 zum ersten Mal mit Catherine David eine Ausstellungsleiterin. Jede documenta war geprägt von der Idee und dem persönlichen Konzept eines einzelnen Ausstellungskurators und wurde somit nicht nur ein Forum für die aktuellen Tendenzen der Gegenwartskunst, sondern auch ein Ort innovativer und Maßstäbe setzender Ausstellungskonzepte.

Jede documenta lenkte auf ihre Art das internationale Gespräch über Kunst in neue Bahnen. Die Institution documenta hat sich in den letzten Jahrzehnten als ein Unternehmen etabliert, das weit über das einfache Präsentieren von dem, was es gerade gibt, hinausweist. Die Diskussionen der internationalen Kunstwelt bündeln sich alle 5 Jahren in dem Kasseler „Museum der 100 Tage”. In diesen Auseinandersetzungen und in der Dynamik der Diskussion um die jeweilige Konzeption der documenta (und um ihren künstlerischen Leiter oder ihre Leiterin) spiegeln sich die Erwartungen der Gesellschaft an Kunst wider.