Super+ Centercourt

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Was der „Center-Court“ für die Tennisfans in Wimbledon ist, ist der „super+CENTERCOURT“ für Offspace-Affine in München: Die kleine Bühne für große Ambitionen bildet ein annähernd quadratischer Raum, ca. 15qm, zwei Wände, zwei Schaufenster, mitten in der Maxvorstadt, keine festen Öffnungszeiten.

Gezeigt werden junge, internationale und oft experimentelle Positionen, die die Kreuzung Adalbertstraße/Türkenstraße regelmäßig in ein kleines Wimbledon verwandeln: alle Blicke Richtung Centercourt. Dabei sind die tragenden Pfeiler des Centercourt zum einen die wechselnden künstlerischen Talente, zum anderen ein gleichbleibend innovativer kuratorischer Anspruch der Kuratorinnen Rosali Wiesheu und Viktoria Tiedeke, der sich selbst erfrischend ernst nimmt: An dieser fruchtbaren Schnittstelle entstehen Ausstellungen weit abseits von „Hab ich so schon mal wo gesehen“ und „In diesen Räumen kann man ja alles machen“. Die Beziehung der Kunstwerke mit der eigentümlichen Räumlichkeit wird in jeder Ausstellung bewusst inszeniert und thematisiert, sodass – wie ich es mir auch andernorts oft wünsche – die Ausstellung weniger Präsentation und mehr Gesamtkunstwerk ist.

Dieser zentrale Offspace ist an den zahlreichen Vernissageabenden der Centre Court der jungen Szene, vielleicht eher Ereignis als Ausstellung, man kennt sich oder lernt sich schnell kennen – kein unerheblicher Faktor für den großen Erfolg der Veranstaltungen. Selbst bei winterlichen Regenschauern trifft man sich dort, vor der Centercourt, im Freien, die trotzdem vor allem an lauen Sommerabenden und mit kühlem Bier zum gemischten Doppel von Kunstausstellung und Event einlädt.

Ramona Grainer