Armen Avanessian & Enemies #22 – LOVECOIN

Marja Christians, Jens Erschert, Nana Melling und Max Wallenhorst

Viele Liebesversprechen, zum Beispiel die des beginnenden Internets oder des kanonischen ‘68, gehen so: Eines Tages wird unsere Nähe frei und ganz, ganz leicht sein und uns nichts mehr kosten. Aber dieser Optimismus verschleiert, wie viel emotionale, also unbezahlte Arbeit es bedeutet, unsere Unterschiede auszuhalten. Und erst recht: wie viel zarte Verwaltung es noch dazu bedeutet, diese Unterschiede weniger heteronormativ zu gestalten. Gerade auch nach vermeintlichen sexuellen Revolutionen oder der Cybersex-Ära. Der Abend LOVECOIN fragt deshalb: Wie können wir lernen, mit unseren zeitgenössischen Intimitäten besser zu handeln? Was kosten uns Infrastrukturen, die andere Verbindlichkeiten ermöglichen als Eheringe und „Es ist kompliziert“? Vielleicht weniger eine Hoffnung aufs Kommende, sondern queere Bürokratie dessen, was schon da sein könnte: präzise und too much, kollektiv und dynamisch verwaltet wie ein Safe Space oder die Blockchain. Also minus den Hype, minus die Bro Culture: ein Börsen-Crush von Nähe.

Drei kurze performative Science Fictions stellen sich vor, wie unsere Beziehungsweisen ein bisschen anders gewesen sein werden.